Palenque (Mexico, Chiapas)

Das können doch keine Straßenköter sein, die so markerschütternd bellen! Dazu ist das Bellen viel zu lang. Zu laut! Dazwischen langgezogenes Fauchen. Wie ein Flugzeugtriebwerk beim Start. Trotz Ohropax und Kissen überm Kopf wird das Brüllen nicht leiser. Schlaftrunken und missmutig schaue ich aus dem Fenster. Da stehen schon die Nachbarn. Zeigen nach oben. Halten sich die Ohren zu. Es ist wirklich unerhört laut. Dabei kreischt, singt, blökt, bellt im Urwald doch immer irgend etwas. Besonders nachts! Aber in dieser Lautstärke? Schließlich klären mich die Nachbarn auf: direkt hinter mir tobt eine Gruppe Brüllaffen in den Bäumen des Nationalparks. Zu sehen ist nicht viel, außer ein paar Zweigen, die sich ab und zu bewegen. Veranstalten die das jeden Morgen? Ja, manchmal noch viel lauter! Na ja, wenigstens tragen die Viecher einen trefflichen Namen!

Nach einer halben Stunde bricht das Morgenkonzert so plötzlich ab, wie es angefangen hatte. Noch zwei, drei Brüller aus dem Bäumen, dann herrscht wieder Ruhe. Nicht lange. Nach und nach erwachen auch die anderen Tiere des Urwalds und begrüßen den neuen Morgen …

Es ist Zeit, die Kühle zu nutzen und den weltbekannten Ruinen von Palenque einen Besuch abzustatten. Aber da stehen schon in Reih und Glied die Touribusse und vor der Kasse windet sich eine endlose Schlange. Also muss die Erkundung der 2000 Jahre alten Steine bis morgen warten!

So werde ich den Morgen lieber nutzen, den Blick in die unmittelbare Vergangenheit zur richten. Auf die letzten fünf Wochen. Da hat sich nämlich wieder viel Interessantes und Aufregendes getan!

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